Politik und Gesellschaft
30. Juli 2010


Am letzten Wochenende ist in Duisburg eine Tragödie geschehen. Was passiert ist, sollte allgemein bekannt sein, ich möchte auch nicht einen verspäteten Mitleidsbrief oder ähnliches schreiben. Nein, ich möchte über etwas anderes nachdenken und dies bezieht sich auf mehr. Ich möchte über manches Geschehen der Politik und dem Denken Gesellschaften berichten. im speziellen der deutschen Politik und der deutschen Gesellschaft.

Mensch, ist das schrecklich

Der Mensch ist, so ist es allseits bekannt, verdammt sensations-bzw. katastrophengeil. Ist so direkt auch nix gegen einzuwenden. Dahinter steckt nun mal eine lobenswerte Wissbegierde. Jedoch ist die Reaktion auf diese Ereignisse recht unterschiedlich und seltsamerweise ortsspezifisch. Aus irgendeinem Grund ist es für den Deutschen schlimm wenn er von einem Amoklauf im fernen Amerika hört, sobald aber einer im Lande geschieht, geht für ihn fast die Welt unter. Gut, das ist wahrscheinlich nix neues, jedoch möchte ich mir auch nicht anmaßen Neuigkeiten zu berichten Übrigens gibt es zu diesem, ein zweites, noch seltsameres, Merkmal:

Promis sind immer wichtiger als andere.

Obwohl in unserem Grundgesetz eine Klausel über Gleichbehandlung aller besteht, hält sich kein Mensch daran. Denn ganz Deutschland heult um den Tod eines Menschen, welcher im öffentlichen Leben wirkte, obwohl es den verstorbenen aber nie kannte.  Sollte nun aber Oma Liese von Fritz sterben, der natürlich um diese trauert, ist dieses Ereignis für seinen Freund Hans nix besonders. Dieser begründet es mit dem schlichten Satz: „Ich kannte sie zwar, aber nicht so richtig.“

Katastrophe beseitigen wir mit Gesetzten

Ohne besondere Überleitung , kommt nun ein neuer Gedanke ins Spiel: Nach ziemlich jedem negativen Ereignis in Deutschland setzen sich die Damen und Herren in Berlin zusammen und überlegen mit welchem Gesetz sie das Problem vorerst aus der Welt schaffen können, Ob dieses Gesetz auch nur jegliche Logik besitzt oder vielleicht sogar größere Probleme nach sich zieht – egal, merkt doch eh kein Deutscher. Und falls doch:

Wir brauchen  ‘nen Skandal

Sobald auch nur ein kleiner Teil der Menge aufwacht und merkt: „Hey, hier läuft was falsch“, berichtet die Lieblings Zeitung der Nation über etwas Schreckliches. Ob Frau Merkel im Bundestag popelt oder Herr Westerwelle vor Jahren mal kein Englisch konnte, Hauptsache keiner denkt an die richtige Politik. Notfalls haben wir noch das Fernsehen, da gibt’s ausreichend zum Dramatisieren.

Schlusssätze

Das ist natürlich nur ein kleiner Anschnitt an viele seltsame Verhaltensweisen in Politik und Gesellschaft. Jedoch ist in einem Blogartikel schnell der Zeitpunkt erreicht, an dem es nicht mehr ein Blogartikel, sondern mehrere sind. Vielleicht gehe ich auf das ein oder andere in diesem Artikel noch einmal genauer ein. Wir werden sehen.