Die feigen Künstler
4. Oktober 2013


Immer wieder lese ich über Künstler, die ihre Musik wieder von Streaming-Diensten wie Spotify entfernen oder gar nicht dort veröffentlich. Der Grund ist zunächst nachvollziehbar, überlege ich allerdings kurz darüber nach, empfinde ich es her als feige. Die Künstler sorgen sich darüber kein Geld mehr zu verdienen. Berichte über zu geringe Auszahlungen seitens Spotify häufen sich, diese widerlegen diese und so weiter.

Doch müssen sich Musiker mit Spotify finanzieren? Ist es nicht vielmehr so, dass über Spotify ein Album erst richtig bekannt wird? Ich selbst höre viel über Spotify und bin einer der bösen Menschen die das Telekom-Spotify-Streaming-Angebot nutzen. Jedoch mag ich es ein Album in der Hand zu halten und eine große CD-Sammlung im Regal stehen zu haben. Ob ich ein Album kaufe oder nicht, entscheide ich nachdem ich ein Album auf Spotify gehört habe. Dadurch ist Spotify für mich ein super Werbemittel.

Ganz so groß ist meine CD-Sammlung leider nicht, gefunden habe ich dieses Bild auf Flickr.

Früher wurde Musik in dunklen Foren  zum Download angepriesen, heute ist sie auf Spotify zu hören. Bei den illegalen Downloads bekam der Künstler kein Geld für seine Ware, nun erhält er immerhin die Erlöse des Streamings. Wie viel ist hierbei doch egal. Es reicht vielleicht nicht zum Leben, doch gibt es immer noch die CD-Verkäufe und Konzerte.

Genau diese sind doch das wirkliche Mittel um Geld zu verdienen. Wenn ein Künstler seine Fans mit einem Album begeistern kann, möchte diese ihn wahrscheinlich auf live sehen. Preise für Tickets für Konzerte sind dann wiederum zu einem Anteil vom Künstler beinflussbar.

Das Interessante an der ganzen Sache ist, nicht kleinere Bands die auf Einnahmen angewiesen wären, sondern große „alte Hasen“ fürchten sich davor kein Geld zu verdienen. Also genau die, die in den letzten Jahren genug Geld verdient haben müssten um die nächsten Jahre ohne Probleme leben zu können. Vielleicht ist es etwas einfacher gesagt als getan, doch sollte es doch genau für diese möglich sein das Experiment zu wagen.