Ich besichtigte Wohnungen
20. Januar 2014


Es ist Mittwochabend, kurz nach siebzehn Uhr. Eigentlich müsste ich gleich in der Schule Sitzen, diese fällt dank Erkrankung mehrerer Lehrer aus und ich nutze den freien Abend um eine Wohnung zu besichtigen. Ausgemacht war, dass ich um siebzehn Uhr beim bisherigen Mieter klingeln soll und er mir darauf die Wohnung kurz zeigt. Wie bereits erwähnt, es ist kurz nach siebzehn Uhr und ich stehe knapp fünfhundert Hausnummern entfernt von der Wohnung. Die sonst wirklich gute und verlässliche App nextr schickte mich zu früh aus der Bahn, wodurch ich nun so schnell wie möglich versuche den Weg hinter mich zu bringen.

Mit nur einer Viertelstunde Verspätung stehe ich dann vor einem großen Haus, welches recht neu aussieht und in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle steht. Na super. Ich klingele und ein leises Summen ertönt. Der Flur ist dunkel, einen Lichtschalter entdecke ich erst im zweiten Stockwerk, ebenso wie den Aufzug. Das Licht schalte ich an, den Aufzug ignoriere ich, es ist einer der geschlossen Art. Ich mag keine geschlossenen Aufzüge. Außerdem ist der restliche Weg nicht mehr weit, die letzten beiden Stockwerke schaffe ich auch noch zu Fuß. Mit meiner Ankunft im vierten Stock, öffnet sich eine Tür, ein Mann steht vor mir, streckt seine Hand in meine Richtung und sagt: „Tom“. Ich stocke ein paar Sekunden, greife dann seine Hand und stelle mich ebenfalls vor. „Max. Bin leider etwas später als geplant.“ Tom zuckt mit den Schultern und stellt den ersten Raum als Diele vor, den nächsten als Schlafzimmer und so weiter. Höhepunkte der Wohnung sind die Fußbodenheizung, das dreißig Quadratmeter große Wohnzimmer mit offenem Anschluss zu Küche und Essbereich und der Balkon. Dieser ist nicht überdacht, wodurch es erlaubt wäre auf diesem zu grillen. Insgesamt gefällt mir die Wohnung sehr gut, auch wenn der Preis mit ungefähr 750,00 Euro warm nicht wenig ist.

Nächster Versuch, Samstag, diesmal um dreizehn Uhr. Ich bin pünktlich, der Vermieter nicht. Die derzeitige Mieterin stellt sich als Isabell vor und zeigt mir die einzelnen Räume. Das Schlafzimmer ist etwas größer, das Wohnzimmer um einiges kleiner und die Küche ist eine dunkle Nische. Das Badezimmer besitzt leider kein Fenster, wobei auch keines geöffnet werden sollte. Die Wohnung ist fünfzig Meter von einigen Bahngleisen entfernt. Wie viele Züge vorbeifahren weiß ich nicht, zu laut ist es mir trotzdem und insgesamt gefällt mir die Wohnung nicht. Einziger Vorteil ist die zentrale Lage und die Menge an Einkaufsmöglichkeiten.

ALs der Vermieter erscheint sind wir mit der Wohnung durch, es geht in den Keller, wo sich auch kein Höhepunkt versteckt. Mit dem Erscheinen des nächsten Bewerbers verabschiede ich mich und stelle nach kurzem Überlegen fest, mich nicht auf diese Wohnung zu bewerben.

Beworben habe ich mich allerdings auf die erste Wohnung und mittlerweile auch einen Termin bei der Hausverwaltung. Wenn alles klappt, ziehe ich im April nach Köln. Das ging schnell.