Hallo! Ich bin Max, ich schreibe hier ein wenig, mache ein paar Bilder und wie geht's dir eigentlich so?

Von Peru nach Bolivien und zurück nach Ecuador

Eine wirklich grobe Zusammenfassung von August 2018

Es klingt vielleicht ein wenig nach einer Ausrede, jedoch ist es wohl wirklich so. Durch meinen Urlaub im August und meinen Umzug nach Otavalo in die wohl großartigste WG und dazu noch der Wechsel des Projekte, schrieb ich einfach nichts mehr hier und fügte keinerlei Bilder mehr hinzu. Passiert ist in dieser Zeit jedoch einiges, einen Teil erwähnte ich bereits. Versuchen wir es doch mal halbwegs chronologisch aufzulisten.

Beim letzten Mal schloss ich damit ab, das ich in Peru, genauer in Máncora sei. Von dort fuhr ich direkt weiter nach Lima, in einem Bus den ich so nach meinen Erfahrungen in Ecuador nicht erwartete. Der Sitz war quasi ein Bett, es gab Mahlzeiten und dazu hatte ich noch das Glück neben mir niemanden sitze zu haben. Etwa zwölf Wochen dauerte die Reise, Wirklich merkbar war das nicht. Vielleicht hatte ich mich aber auch einfach bereits an lange Busfahrten und währenddessen zu schlafen gewöhnt, was mir auch letztens bei der Fahrt ins Amazonas Gebiet half. Dazu später mehr.

In Lima verbrachte ich dann zwei Nächte im wohl seltsamsten Hostel das ich bisher hatte und hoffentlich für immer haben werde. Ich war der einzige im Haus, mit mir wohnte nur der Besitzer mit seiner Mutter dort und insgesamt wirkte es eher wie eine Möglichkeit noch ein wenig nebenbei zu verdienen, da das Haus recht nahe dem Flughafen liegt und noch ein paar Zimmer frei sind. Da ich aber sowieso nur dort schlafen wollte und mir ansonsten Lima anschauen, war das auch kein größeres Problem. Dementsprechend spazierte ich ein wenig durch die Stadt und schaute mir wieder mal ohne einen wirklichen Plan die Gegend an. Wirklichen Gefallen fand ich ehrlich gesagt nicht, Vielleicht sollte ich nochmal schauen. Was ich dafür fand, war ein riesiges Einkaufszentrum, in dem ich per Zufall recht gute Brötchen fand. Die Sache mit dem Brot stimmt übrigens wirklich, deutsches Brot ist im Vergleich schon ziemlich großartig. Aber das Problem habe ich mittlerweile für mich halbwegs gelöst.

Aus Zeitgründen beschloss ich nicht den Bus nach Cusco zu nehmen, da die Fahrt um die Anden herum alleine einen ganzen Tag benötigt, sondern einen günstigen Flug zu suchen, der mich direkt nach Bolivien bringt, wo ich mich mit Elisa treffen wollte, die ich noch vom Seminar im November kannte und wir damals ausmachten uns irgendwo in Südamerika zu treffen. Der günstigste Flug führte über Cusco, wo ich abends ankam, mir ein Zimmer suchte in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, das wohl insgesamt beste der ganzen Reise für vergleichsweise gar nicht so viel Geld fand und am nächsten Morgen relativ früh nach La Paz flog.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, der Flughafen liegt in El Alto, der Name ist kein Witz und beschreibt die Lage ziemlich gut. Naiv ging ich, lediglich die Luftlinie zum Terminal kennend, los und bemerkte nach einiger Zeit, das es recht weit herunter ging. Vorteil dieses Umstandes, Ich konnte einigermaßen gute Bilder der Aussicht machen. Sehr viele Stunden und mehrere Pausen später erreichte ich, mit aufgrund des Gewichts meiner Rucksäcke und eindeutig zu wenig Wegzehrung, zitternden Knien das Terminal, fand dort sehr schnell den richtigen Bus und konnte vor der Abfahrt sogar noch etwas essbares suchen. Was ich nicht fand an diesem Tag und auch nicht nach meiner Ankunft in Sucre: offenes WiFi. Dennoch Hoffte ich das Elisa mich irgendwie finden würde, was auch genauso klappte.

Zunächst besuchten wir ihre Wohnung, die sie zu der Zeit ganz für sich und damit ein freies Bett hatte. Danach fuhren wir in ein kleines Dorf nahe nahe der Stadt, in der die Befreiung Boliviens begann und ähnlich wie in Otavalo ein Markt mit traditionellerKleidung stattfindet. während wir uns auf der Rückfahrt unterhielten, stellte sich plötzlich heraus, das wir mal wieder nicht die einzigen Deutschen im Auto waren. Schon seltsam manchmal, wie oft einem Deutsche begegnen. Das erzählen auch andere immer wieder.

Zurück in Sucre gingen wir noch etwas Essen, kauften großartige Schokolade von Para Ti, deren Coca Schokolade sehr zu empfehlen ist, konnten einem Rotwein, der ausgerechnet von deutschen Auswanderern stammt, nicht widerstehen und gingen mit beidem zu einem der Aussichtspunkte von Sucre.

Am Folgetag, ein Montag, musste Elisa natürlich arbeiten, weshalb ich mal wieder meiner offensichtlichen Lieblingsbeschäftigung nachging und den Tag lang, bis zum Mittagessen, alleine durch die Stadt lief. Abends fuhr ich dann zurück nach La Paz, wo ich noch einen Tag verbrachte, um später am Tag zurück nach Peru reiste. Interessanterweise wurde bei diesem Grenzübergang mein Rucksack durchsucht. Wenn ich es richtig verstand, sucht Bolivien bei Ausreisenden nach Dingen, die nicht mitgenommen werden dürfen. Beispielsweise Steine. Hatte aber keine.

Irgendwann erreichte ich Cusco und versuchte, wie schon in Cuenca, früh am Morgen ein Zimmer zu bekommen und nicht für zwei Nächte bezahlen zu müssen. Klappte schon wieder. Dadurch konnte ich den Tag lang durch Cusco laufen (welch Überraschung), besuchte keine der normalen Attraktionen und ging Stattdessen in einem recht touristischen Restaurant essen, wo alle auf meinem Teller schauten, da ich statt des normalen Tagesgerichts eine vegane Version eines traditionellen Gerichts bestellte. Danach probierte ich nochmal eine Coca Schokolade, die lange nicht so gut wie die aus Bolivien war und begann meine Rückreise zu planen.

Das Stellte sich schnell als gar nicht so einfach dar. Mein anfänglicher Plan, nicht zu fliegen, war sowieso schon gebrochen. Das ich zumindest über die Anden fliegen sollte, konnte ich mir schon mal eingestehen und fand einen Flug nach Pisco, eine kleine Stadt, südlich von Lina. Richtig, südlich. Aus irgendeinem Grund las ich dir Karte falsch und dachte es wäre nördlich. Deshalb war die erste Idee von dort den Bus zu nehmen, was nun natürlich nicht funktionierte. Einen Abend lang suchte ich nach einer Möglichkeit, wusste aber schon, das ich wieder nach Lima müsste, um von dort irgendwie Richtung Ecuador zu kommen. Wie, das verschob ich auf den nächsten Tag. An diesem wachte ich glücklicherweise früh auf, schaute nochmal nach einem Flug Richtung Norden, fand einen nach Piura, wodurch ich innerhalb von einem Tag vom Süden Perus bis Otavalo, nördlich von Quito, kam.

Hier begrüßte mich die wohl beste WG. Aber davon erzähle ich ein andermal. Beziehungsweise demnächst.

Hälfte vorbei, vielleicht auch ein bisschen mehr

Genialster Monatsrückblick Juli 2018

Schon quasi Mitte August, ich bin mittlerweile in Peru und versäumte es mal wieder ein wenig etwas über all die letzten Wochen hier zu schreiben. Dabei waren diese letzten sechs Wochen wirklich gefüllt mit Allerlei. Ein Schnelldurchlauf gefällig? Kurztrip alleine zur Cuicocha Lagune, mehrere Ausflüge mit der Schule, Mid-term Camp, Abschied von Sinamune, Fahrt nach Cuenca. Und das war nur der Juli und ich vergaß sicherlich bereits etwas.

Nun aber nochmal ganz langsam.

Cuicocha Lagune, die erste

Direkt am 1. Juli beschloss ich relativ spontan mein brüchiges Gestammel auf Spanisch einmal auszutesten und fuhr früh um sieben Uhr (ja, ich schaffte es tatsächlich sehr früh aufzustehen) erst nach Otavalo, wo ich den nächsten Bus nach Quiroga finden musste. Ohne zu wissen, wie das beinhaltete G in diesem Fall ausgesprochen werden muss (würde ich mir die Regeln merken, wüsste ich es), versuchte ich also nach einem Bus zu fragen. Erst als ich den Zettel, auf dem ich mir zur Sicherheit die komplette Route aufschrieb (ich war tatsächlich vorbereitet), konnte mir geholfen werden. Übrigens ist es einfach nur ein G.

Wie auch immer, der Bus schmiss mich direkt vor einigen Taxen raus, der erste Taxifahrer wusste direkt Bescheid und der Preis passte zu dem was ich bereits las. Einige Minuten später ging ich dann also los, um die Lagune einmal zu umrunden, wurde allerdings plötzlich vom Taxifahrer zurückgerufen. Wir hatten tatsächlich beide vergessen, das ich bezahlen sollte. Nachdem ich um fünf Dollar ärmer war, konnte ich dann doch losgehen. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wie lange ich genau brauchte, es muss etwas um fünf Stunden gewesen sein, immer wieder hundert Meter auf und ab.

Als ich zu einem Zeitpunkt dann endlich mit der Strecke fertig war, verwarf ich meinen Plan, wieder nur die halbe Strecke mit dem Taxi zu fahren und bezahlte stattdessen zehn Dollar für die Fahrt bis Otavalo. Während der ganzen Tour, entstanden zu viele Bilder (> 500) und ich habe bisher natürlich immer noch keins bearbeitet.

Ferienprogramm

Was ich damals noch nicht wusste, nur wenige Wochen später stand ich schon wieder an der Lagune. Diesmal zusammen mit den Schülern und Lehrern von Sinamune und diesmal sogar inklusive Bootsfahrt über den See. Diese Fahrt war Bestandteil des Ferienprogramms, zu dem auch der Besuch zweier Parks in Quito, ein sehr guter Restaurantbesuch und einem Museum über die Geschichte von Ecuador gehörte. Während meines Mid-term Camps und meinen ersten zwei Urlaubstagen gab es auch noch Programm, davon weiß ich aber nichts.

Mit-term Camp

Dafür aber umso mehr von meinem Mid-term Camp. Zum Beispiel, das wir endlich die Weinflasche von der Mosel, die ein halbes Jahr neben meinem Bett stand, trinken konnten. Natürlich nicht im Camp, da galt ja ein striktes Alkoholverbot. Außerdem besprachen wir ein wenig das letzte halbe Jahr und was im nächsten noch so passieren wird. Dabei stellte sich dann auch final heraus, das ich ab September in Oravalo wohnen werde und nicht mehr bei Sinamune arbeite. Schade um das Projekt, aber großartig für die mich selbst, da ich nicht mehr in einer Familie wohnen werde.

Letzte Woche Sinamune

Nach der Woche im Camp ging ich dann aber erstmal noch eine Woche zu Sinamune und bekam wohl den bisher seltsamsten Abschied. Es gab keinen. Meinen letzten Arbeitstag verbrachte ich damit, einen Klassenraum zu streichen, alleine. Alle anderen Freiwilligen hatten an diesem Tag scheinbar frei, wodurch ich durchgängig alleine war und um ein Uhr ohne große Verabschiedung einfach das Schulgebäude verließ, mir aber bereits vornahm im Januar vor meinem Rückflug nochmal vorbeizukommen.

Urlaub!

Nun war es aber endlich soweit, mein Urlaub begann. Erster Halt, Cuenca. Kurz gesagt, mega. Aus irgendeinem Grund erinnert mich die Stadt an Berlin und Köln. Vielleicht auch teils an Bonn und Frankfurt. Was alles in meiner ersten Woche des Urlaubs passierte, zum Beispiel, wie ich versehentlich die Tochter der Hostelbesitzerin morgens um sechs aus dem Bett klingelte, beschreibe ich demnächst mal. Bestimmt.

Was noch so passierte im Juli?

Ich glaube, ich hörte sehr oft das neue Album von Fabian Römer, stieg endlich auf die Spitze der Kathedrale von Quito, aß per Zufall eine Empanada mit Yuka und kaufte mir einen etwas teureren Käse. Außerdem besuchte ich Linda im Projekt und trank ihr ihren Wein weg. Konnte sie sowieso zu dem Zeitpunkt nicht selbst genießen.

Das soll's erstmal gewesen sein, hoffentlich schaffe es die nächsten Tage mal zumindest Notizen zu schreiben. Immerhin sitze ich ausreichend in Bussen, heute zum Beispiel um die zwanzig Stunden nach Lima. Züge wären schon was feines. Ach ja, Transportmittel hier. Anderes Thema.

Was ist denn noch so im Juni passiert?

Quasi ein Monatsrückblick Juni 2018

Nachdem ich diesen Monat nicht mehr reiste, schaute ich mir stattdessen vermehrt Quito an und spazierte viel durch die Gegend. Anfangs (vor ein paar Wochen) war ich noch ziemlich erledigt, nach nur zwei Stunden am Stück durch Quito laufen. Mittlerweile schaffe ich es problemlos fünf Stunden am Stück zu laufen, was mich selbst ein wenig verwundert, da es eben häufig auch bergauf geht.


Durch Zufall begann ich dabei wieder Hörbücher zu hören und kann zwei Bücher besonders empfehlen. Zum einen wäre da die Gründungsgeschichte des ersten Unverpackt-Ladens. Das Buch heißt Ohne wenn und Abfall und wurde von der Gründerin Milena Glimbovski geschrieben. Auf dieses Thema kam ich, da mir bereits jetzt vornahm, nächstes Jahr noch viel mehr auf den Verzicht von Müll zu achten, als ich es bisher tat. Der Grund hierfür ist recht einfach, da hier in Ecuador oder zumindest in Quito die Sache mit der Mülltrennung nicht wirklich verbreitet ist, wodurch alles in einem Container landet. In fast jeder Straße steht mindestens einer und fast alle quellen über. Dazu wird hier auch noch viel mehr in Plastik verpackt, als ich es bisher schon kannte. Wobei es dank der fehlenden einfachen Mülltrennung (es gibt wohl Möglichkeiten, aber die sind etwas aufwendiger), sowieso kein größerer Mehrwert von anderen Verpackungen sichtbar wäre. Im Buch wird aber nicht nur von der Vermeidung von Müll, sondern auch über die Gründung eines Unternehmens und andere Themen wie Vegetarismus und Minimalismus gesprochen.

Genug über den Müll in Quito gejammert. Das zweite zu empfehlende Buch ist Tiere essen von Jonathan Safran Foer. Es handelt natürlich - wie der Name recht offensichtlich sagt - davon was alles durchs Tiere essen verursacht wird. Das Beste an diesem Buch ist jedoch, das es nicht die Menschheit vom Veganismus überzeugen möchte, sondern recht anschaulich und objektiv beschreibt wie die Viehhaltung in den USA funktioniert. Möglicherweise werde ich dieses Buch in der Zukunft verschiedenen Menschen zum einem Anlass meiner Wahl schenken.


Außerdem fand vom 19. - 23. die Casa abierta (quasi der Tag der offenen Tür) in meinem Projekt statt. An diesen Tagen gab es Konzerte der zwei Orchester, Auftritte von einzelnen Schülern, bestimmt viel was ich verpasste und zum Abschluss ein größeres Fest mit Präsentationen der Aktivitäten innerhalb der einzelnen Klassen. In meiner Klasse wurden hierfür aus verschiedenen Verpackungen aus Pappe Spiele gebastelt die beim Lernen von Rechnen, Lesen und Schreiben, Farben und geometrischen Figuren helfen.

An diesem Tag brachte ich auch endlich einmal meine Kamera mit ins Projekt. Das Ergebnis sind über zweihundert Bilder, die darauf warten aussortiert und bearbeitet zu werden.


Mittlerweile endete auch das Schuljahr, genauer gesagt am 28. und wurde in meiner Klasse mit sehr viel Essen, Tanzen (ich werde weiterhin dazu gezwungen, ach ich meine natürlich gebeten) und dem symbolischen Abreißen der Namensschilder von den Tischen abgeschlossen. In den nächsten Wochen gibt es dann für einige Schüler noch eine Ferienbetreuung.

Für die Lehrer und mich gab es am Tag darauf eine Art teambildende Maßnahme, die die Bearbeitung von Konflikten und das Abschütteln von Stress beinhaltete. Dabei lernte ich ein paar nette Spiele, freut euch schon werter SAJ oder vielleicht auch liebe Arbeitskollegen.


Da es hier leider keine so große Auswahl an Mate-Limonaden oder Cola gibt, die ich ausprobieren könnte, begann ich wieder wie in früher schon, Biere zu probieren und stieß dabei auf eine Marke mit dem wahrscheinlich besten Namen, Latitud Cero. Insbesondere gefällt mir von dieser Marke das Bier 593. Vielleicht einfach nur wegen des fulminanten Namens (593 ist die Telefonvorwahl von Ecuador).


Wahrscheinlich hörte ich in diesem am Häufigsten das neue Album von Milliarden. Sollte mir jemand eine ganz besondre Freude für nächstes Jahr machen wollen, kauf' mir die Vinyl. Ach, ich freue mich schon endlich wieder eine Schallplatte aufzulegen und trockenen Weißwein beim Hören zu trinken.

Neben diesem Album hörte ich, wie schon letztens erwähnt, sehr oft "Morgen" von Fynn Kliemann und bestellte möglicherweise seine Box.


Ich kaufte mir ein Weizenglas und ein Kellnermesser. Frag' nicht wieso, bin mir selbst nicht sicher, wie sinnvoll das war.


Außerdem bestellte ich ziemlich affektartig ein Ticket für Rock am Ring nächstes Jahr. Wieso? The Return of Die Ärzte!

Über den Wolken im stillen Vulkan Kanu gefahren.

Ach Mist, die Überschrift benutzte ich schon als Unterschrift bei Instagram.

Jedenfalls, kurzfristig beschloss ich letzten Freitagnachmittag, das ich eher nicht den ganzen Samstag zuhause bleiben möchte, sondern lieber ein paar Stunden unterwegs sein würde und fragte daher eine Freundin, ob sie Lust hätte zum Quilotoa zu fahren. Da dies zutraf und sie auch noch Zeit hatte, kann ich nun davon berichten und damit auch gegen meine zuletzt angesprochene Faulheit ankämpfen. AUs den paar Stunden wurden übrigens fast 15 Stunden.

Ein wunderschönes Panoramabild vom See. Übrigens roch es sehr wie in einem Sandkasten an der Stelle, als hätten sämtliche Hunde Gebrauch von der Fläche gemacht.

Aber was ist denn dieser Quilotoa?

Das ist ein See, in einem nicht mehr aktiven Vulkan und liegt auf fast 4000 Meter Höhe (ich lüge wirklich nicht, steht hier). Der Weg von Quito ist relativ simpel, vom Quitumbe, das südliche Busterminal, nach Latacunga und von dort weiter zum Quilotoa. Ohne Pausen dauert das ganze wohl zwischen drei und vier Stunden, mit vielleicht ein bisschen länger, wodurch wir gegen halb drei am Vulkan ankamen und begannen, diesen herabzusteigen.

Der Weg besteht entsprechend einem Vulkan vollständig aus Sand, wodurch alle paar Meter Gefahr lauert auszurutschen. Passierte bei uns allerdings nur einmal und natürlich war ich derjenige, könnte es allerdings wie eine sehr gekonnte Tanzbewegung aussehen lasse. Aufgrund der fehlenden Fotos dieser Begebenheit, müsst Du mir dabei glauben und es Dir dazu noch vorstellen. Unten angekommen, es dauerte ungefähr eine halbe Stunde, konnte ich selbst beim doch recht seltsamen Preis von sechs Dollar für fünf Minuten der Kanufahrt nicht widerstehen und sprang wahrscheinlich wie ein kleines Kind vor Freude rum. Wirklich interessant war die Kanufahrt tatsächlich nicht, da es neunmal nur ein See ist, großartig war es natürlich dennoch.

Nachdem ich gefühlt jeden Zentimeter des See fotografierte und mir ein freilaufender Hund noch Modell stand, begannen wir damit den Vulkan wieder zu erklimmen und stellten schnell fest, wieso so viele von den angebotenen Pferden Gebrauch nahmen. Es ist wirklich anstrengend. Verglichen mit dem Pichincha nicht ganz so schwer und langwierig, aber aufgrund der an diesem Tag stark scheinendenden Sonne wirklich erschöpfend.

Unterwegs kamen uns immer mehr Menschen entgegen, die am See campen wollten und entsprechend ihrem Proviant wohl nicht planten als zu früh zu schlafen. Das dadurch ein weiterer Punkt auf der „Dinge, die ich noch machen will bevor ich wieder zurück muss“-Liste steht, sollte ziemlich offensichtlich sein.

Nach irgendwas mit einer Stunde erreichten wir endlich den Eingang und entschieden (oder ich beschloss) vor der Rückfahrt noch etwas zu essen, wodurch wir wohl den letzten Bus nach Latacunga verpassten. Dafür bekamen wir die Gelegenheit, den Sonnenuntergang inmitten der Wolken zu sehen. Übrigens war es auch diesmal wieder sehr interessant, die Reaktion zu beobachten, wenn ich mein Essen lieber ohne Fleisch hätte und wie oft im Hintergrund deshalb nachgefragt wird. (Wirklich ohne Fleisch?)

Nachdem wir eine Weile warteten, kamen aus der einen Richtung zwei Menschen und aus der anderen ein Taxi, welches die beiden wohl bereits riefen und uns erklärten, wie könnten mit ihnen zum nächsten Dorf fahren, wo ein Bus nach Latacunga bereits kurz vor der Abfahrt stand. Welch Glück wir doch hierbei hatten und später noch zweimal haben sollten.

In Latacunga angekommen, durften wir dann feststellen, das um acht Uhr das Busterminal bereits geschlossen ist und keine offiziellen Busse mehr fuhren. Inoffizielle gibt es allerdings direkt neben dem Terminal und wir konnten, nachdem wir todesmutig unter einer Brücke durchliefen, gerade noch so in den abfahrenden Bus springen. Glücksfall Nummer zwei.

Irgendwann sehr viel später kamen wir dann am Quitumbe an, von dem wahrscheinlich auch keine Busse mehr in den Norden der Stadt fuhren. Jedoch mussten wir das gar nicht erst herausfinden, da ein Taxifahrer auf uns zukam und uns anbot, für jeweils fünf Dollar die fast einstündige Fahrt zu übernehmen. Ich darf mich wirklich nicht ans Taxi fahren gewöhnen. Taxis sind wirklich günstig hier. Womit ich schon wieder beim Verkehr angelangt bin. Aber das erzähle ich ein anderes Mal.

Buenas! Ich lebe gerade in Ecuador.

Verdammt nochmal, ich bin schon fast fünf Monate in Quito. Das ist in Ecuador. Und weißt Du was ich noch nicht gemacht habe? Mal so wirklich öffentlich darüber berichten. Das einzige was ich bisher tat, sind mehr oder weniger gute Bilder bei Instagram zu veröffentlichen und vor ein paar Monaten legte ich mal ein neues WordPress-Blog an, lud auch dort ein paar Bilder hoch und ließ es dann so. Wieso? Das ist einfach, Faulheit.

Was gegen Faulheit hilft? Naja, so ganz weiß ich das auch nicht, aber manchmal sind es zumindest für mich folgende Dinge: (Es folgt eine nicht vollständige Zehn-Punkte-zum-Erfolg-Liste.)

  1. Musik anmachen, beispielsweise das wirklich ziemlich großartige erste Album von Fortuna Ehrenfeld.
  2. Das iPhone sehr weit weglegen und vorher am Besten noch alle Benachrichtigungen ausschalten. Allgemein diese ausschalten ist auch nicht schlecht, bringt sehr viel Ruhe in Tag.
  3. Mate Tee zubereiten. Oder einen anderen Tee. Oder wenn Du lieber Kaffee trinkst, eben den. Übrigens gibt es hier keine Mate Limonade und nur sehr begrenzte Cola Auswahl, wodurch ich sehr viel weniger Getränke mit Zucker trinke, was wohl meinem Gewicht gut tat.
  4. Notizbuch nehmen und physisch die Aufgaben aufschreiben. Ganz ehrlich, das ist besser, als alles mögliche in irgendwelche Dateien zu schreiben oder in Apps einzutragen. Außerdem ist es wirklich großartig Dinge in einem Buch abhaken zu können. Und es trainiert die Handschrift.
  5. Einfachen machen. Ja, wahrscheinlich hörte ich die letzten Tage zu viele Interviews mit Fynn Kliemann. Dessen erstes Lied vom ersten Album übrigens ebenso großartig ist.

Aber was tat ich denn nun die letzten Monate, die ich nun schon in Ecuador bin?

Wirklich gar nicht so wenig.

  • Ich erkundete Quito ein wenig und schaute sie mir von der Statue in der Mitte der Stadt an.
  • Marschierte mit zwei Freunden einfach mal so in den Nebelwald von Mindo.
  • Fuhr am Karnevalswochenende nach Montañita.
  • Kaufte mir eine Ukulele und begann ein paar Akkorde zu üben.
  • Fing auch noch an Zeichnen zu lernen und brachte es zu teils gar nicht so schlechten Ergebnissen.
  • Besuchte den Wochenmarkt in Otavalo, welcher eine Menge an Basteleien und traditioneller Kleidung bietet.
  • Lernte das Rezept für Empanadas.
  • Versuche immer noch Spanisch zu lernen, wobei das schon immer besser klappt und ich bei der Arbeit fast alles verstehe und fähig bin, mal etwas nachzufragen. Aber ich schaffte es bereits erfolgreich in den scheinbar einzigen Teeladen der Stadt zu gehen und nach meinem Lieblingsschwarzen Tee (Assam) zu fragen. Seitdem ist die Welt noch ein bisschen besser für mich.
  • Wanderte den Pichincha hoch und musste kurz vor Ende abbrechen. Das muss im nächsten halben Jahr noch vollendet werden.
  • Spiele im Orchester meines Projektes Congas.
  • Hing mehrmals mit nicht nur einem Fuß außerhalb des Busses. Aber die Busse hier sind ein sehr langes Thema und benötigen Übung. Und Gewöhnung. Und keine Angst vor sehr viel Hautkontakt.
  • Bin bei den Konzerten für Touristen dabei und durfte sogar schon zu einem größeren Konzert mit.
  • Fiel beim Rafting in Baños aus dem Boot und fand mich plötzlich zehn Meter hinter dem Boot wieder.
  • Fuhr noch einmal nach Mindo, um die Wasserfälle zu sehen.
  • Besuchte Luka in La Maná und wanderte durch den Regenwald.
  • Paddelte in einem Kanu auf dem Quilotoa See.
  • Schrieb einen Text über meine Netzhauterkrankung und veröffentlichte ihn bei Medium.
  • Ließ mir Dreadlocks machen.

Aber wieso bin ich eigentlich in Ecuador?

Solltest du mich gar nicht kennen oder es aus irgendeinem anderen Grund nicht wissen: ich bin dieses Jahr (2018) als Freiwilliger hier, um mal etwas anderes zu sehen als mein Büro. Seit Mitte Januar bin ich hier, seit Februar arbeite ich bei Sinamune. Sinamune ist eine Schule für Menschen mit Behinderung, die verschiedene kreative Therapien anbietet. Der Schwerpunkt liegt bei der Musik, daneben gibt es noch Kunst, Bastelarbeiten, Sprachtherapie und Sport. Bei fast allem dieser Dinge helfe ich irgendwie mit. Außerdem begleite ich die Schüler auf dem Rückweg im Schulbus. Und Spüle manchmal auch ab.

Das wäre es dann auch erstmal bis jetzt. Wahrscheinlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen. Wenn Du was bestimmtes wissen willst, schreib' mir bei Twitter.

Und was kommt jetzt noch?

In ungefähr einem Monat ist das Mid Time Camp. Kurz danach habe ich für einen Monat Urlaub, welchen ich in Peru und Bolivien verbringe. Danach ziehe ich mit neuen Freiwilligen in eine WG und dann beginnen auch schon die letzten fünf Monate.

Aber davon erzähle ich dann beim nächsten Mal. Oder auch von etwas ganz anderem. Zum Beispiel, was ich so aus Deutschland vermisse. Ja, es ist tatsächlich auch Brot. Und Käse. Wobei der dann natürlich aus den Niederlanden kommen sollte.