Hallo! Ich bin Max, ich schreibe hier ein wenig, mache ein paar Bilder und wie geht's dir eigentlich so?

Buenas! Ich lebe gerade in Ecuador.

Verdammt nochmal, ich bin schon fast fünf Monate in Quito. Das ist in Ecuador. Und weißt Du was ich noch nicht gemacht habe? Mal so wirklich öffentlich darüber berichten. Das einzige was ich bisher tat, sind mehr oder weniger gute Bilder bei Instagram zu veröffentlichen und vor ein paar Monaten legte ich mal ein neues WordPress-Blog an, lud auch dort ein paar Bilder hoch und ließ es dann so. Wieso? Das ist einfach, Faulheit.

Was gegen Faulheit hilft? Naja, so ganz weiß ich das auch nicht, aber manchmal sind es zumindest für mich folgende Dinge: (Es folgt eine nicht vollständige Zehn-Punkte-zum-Erfolg-Liste.)

  1. Musik anmachen, beispielsweise das wirklich ziemlich großartige erste Album von Fortuna Ehrenfeld.
  2. Das iPhone sehr weit weglegen und vorher am Besten noch alle Benachrichtigungen ausschalten. Allgemein diese ausschalten ist auch nicht schlecht, bringt sehr viel Ruhe in Tag.
  3. Mate Tee zubereiten. Oder einen anderen Tee. Oder wenn Du lieber Kaffee trinkst, eben den. Übrigens gibt es hier keine Mate Limonade und nur sehr begrenzte Cola Auswahl, wodurch ich sehr viel weniger Getränke mit Zucker trinke, was wohl meinem Gewicht gut tat.
  4. Notizbuch nehmen und physisch die Aufgaben aufschreiben. Ganz ehrlich, das ist besser, als alles mögliche in irgendwelche Dateien zu schreiben oder in Apps einzutragen. Außerdem ist es wirklich großartig Dinge in einem Buch abhaken zu können. Und es trainiert die Handschrift.
  5. Einfachen machen. Ja, wahrscheinlich hörte ich die letzten Tage zu viele Interviews mit Fynn Kliemann. Dessen erstes Lied vom ersten Album übrigens ebenso großartig ist.

Aber was tat ich denn nun die letzten Monate, die ich nun schon in Ecuador bin?

Wirklich gar nicht so wenig.

  • Ich erkundete Quito ein wenig und schaute sie mir von der Statue in der Mitte der Stadt an.
  • Marschierte mit zwei Freunden einfach mal so in den Nebelwald von Mindo.
  • Fuhr am Karnevalswochenende nach Montañita.
  • Kaufte mir eine Ukulele und begann ein paar Akkorde zu üben.
  • Fing auch noch an Zeichnen zu lernen und brachte es zu teils gar nicht so schlechten Ergebnissen.
  • Besuchte den Wochenmarkt in Otavalo, welcher eine Menge an Basteleien und traditioneller Kleidung bietet.
  • Lernte das Rezept für Empanadas.
  • Versuche immer noch Spanisch zu lernen, wobei das schon immer besser klappt und ich bei der Arbeit fast alles verstehe und fähig bin, mal etwas nachzufragen. Aber ich schaffte es bereits erfolgreich in den scheinbar einzigen Teeladen der Stadt zu gehen und nach meinem Lieblingsschwarzen Tee (Assam) zu fragen. Seitdem ist die Welt noch ein bisschen besser für mich.
  • Wanderte den Pichincha hoch und musste kurz vor Ende abbrechen. Das muss im nächsten halben Jahr noch vollendet werden.
  • Spiele im Orchester meines Projektes Congas.
  • Hing mehrmals mit nicht nur einem Fuß außerhalb des Busses. Aber die Busse hier sind ein sehr langes Thema und benötigen Übung. Und Gewöhnung. Und keine Angst vor sehr viel Hautkontakt.
  • Bin bei den Konzerten für Touristen dabei und durfte sogar schon zu einem größeren Konzert mit.
  • Fiel beim Rafting in Baños aus dem Boot und fand mich plötzlich zehn Meter hinter dem Boot wieder.
  • Fuhr noch einmal nach Mindo, um die Wasserfälle zu sehen.
  • Besuchte Luka in La Maná und wanderte durch den Regenwald.
  • Paddelte in einem Kanu auf dem Quilotoa See.
  • Schrieb einen Text über meine Netzhauterkrankung und veröffentlichte ihn bei Medium.
  • Ließ mir Dreadlocks machen.

Aber wieso bin ich eigentlich in Ecuador?

Solltest du mich gar nicht kennen oder es aus irgendeinem anderen Grund nicht wissen: ich bin dieses Jahr (2018) als Freiwilliger hier, um mal etwas anderes zu sehen als mein Büro. Seit Mitte Januar bin ich hier, seit Februar arbeite ich bei Sinamune. Sinamune ist eine Schule für Menschen mit Behinderung, die verschiedene kreative Therapien anbietet. Der Schwerpunkt liegt bei der Musik, daneben gibt es noch Kunst, Bastelarbeiten, Sprachtherapie und Sport. Bei fast allem dieser Dinge helfe ich irgendwie mit. Außerdem begleite ich die Schüler auf dem Rückweg im Schulbus. Und Spüle manchmal auch ab.

Das wäre es dann auch erstmal bis jetzt. Wahrscheinlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen. Wenn Du was bestimmtes wissen willst, schreib' mir bei Twitter.

Und was kommt jetzt noch?

In ungefähr einem Monat ist das Mid Time Camp. Kurz danach habe ich für einen Monat Urlaub, welchen ich in Peru und Bolivien verbringe. Danach ziehe ich mit neuen Freiwilligen in eine WG und dann beginnen auch schon die letzten fünf Monate.

Aber davon erzähle ich dann beim nächsten Mal. Oder auch von etwas ganz anderem. Zum Beispiel, was ich so aus Deutschland vermisse. Ja, es ist tatsächlich auch Brot. Und Käse. Wobei der dann natürlich aus den Niederlanden kommen sollte.