Hallo! Ich bin Max, ich schreibe hier ein wenig, mache ein paar Bilder und wie geht's dir eigentlich so?

Das bin ja ich!

Tja, eigentlich müsste jetzt ein Rückblick des Monats September kommen. Ach und natürlich von Oktober. Wie es ist schon Dezember und November fehlt auch? Na gut, fassen wir diese drei Monate, die ich in Otavalo lebte, mal ganz kurz zusammen: Großartig und viel zu schnell vergangen. In diesen Monaten lernte ich erst Sojamilch und Bratlinge aus Sojabohnen zuzubereiten, dann Brötchen zu backen und bekomme mittlerweile ein recht solides Brot hin. Zumindest für die hier vorhandenen Zutaten, ohne gleichzeitig für jedes Brot gleich zwanzig Dollar auszugeben, weil Nüsse (und ähnliches) eben einfach sehr teuer sind. Dafür muss in jedes Brot Chia und manchmal dann eben auch Quinoa rein, um es ein wenig aufregender zu gestalten und nicht bloß Weißbrot zu backen. Gut, das war nun ein sehr seltsamer Satz. Aber das interessiert gerade nicht so sehr, da ich mir für diesen Text mal eine ganz einfache Prämisse setzte: Wir schreiben dann mal einen Text und schauen, ob er veröffentlicht werden kann. Denn, das lernte ich auch in den letzten Wochen, mithilfe des von Martin beschriebenen Buches "Finish: Give Yourself the Gift of Done", Ziele müssen manchmal auch etwas tiefer gesetzt werden. Oder gleich halbiert.

Welche Ziele ich seitdem erfüllt habe? Naja, gute Frage. Für November setzte ich mir das Ziel, jeden Tag einen Tagebucheintrag zu haben. Zur Erfüllung reichte mir dann auch ein Bild mit kurzem Satz. Ob es geklappt hat? Tatsächlich ja. Ob ich es schon wieder abbrach und gerade scheinbar aufgrund der steigenden Anzahl von Tagen die keinen Eintrag haben nicht weiterführe? Tatsächlich auch ja. Ob ich einfach wieder anfangen sollte, ohne die fehlenden Tage nachzutragen? Wäre ein guter Plan, sollte ich später mal machen.

Was ich auch später mal machen sollte und eigentlich schon mitten drin bin, da im Hintergrund das Wasser schon fast am Kochen ist: Waschen. Seitdem ich hier in der großartigsten WG lebe, habe ich nämlich keine Waschmaschine mehr. Stattdessen stelle ich mich gleich auf den wirklich nicht kleinen Balkon und wasche wohl einige zeit meine komplette Wäsche mit der Hand. Auch eine Erfahrung. Zumindest bin ich jetzt geübt darin und muss mir erstmal keine Maschine kaufen. Wobei ich sowieso nicht weiß, ob irgendwelche Geräte so schnell gekauft werden müssen, da ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich in eine WG ziehe oder mir eine eigene Wohnung suche. In beiden Fällen wäre es auf jeden Fall mit einem kleineren Zimmer getan. Denn irgendwie hoffe ich nicht mehr so viel Geld für die Miete ausgeben zu müssen und stattdessen mit weniger Sachen auszukommen und dafür mehr Geld für Reisen und Konzerte zu haben. Hey, ich werde vielleicht so ein bisschen minimalistisch. Bin dann bestimmt voll hip. Jedenfalls, sollte es eine WG in Köln geben, die ein Zimmer frei hat und am besten auch (Tut mir schrecklich Leid, das so raushängen zu lassen.) mehr oder weniger vegan lebt, ich hätte da Interesse! Wenn Adam Angst in Liedern nach Wohnungen in Ehrenfeld suchen kann, kann ich das auch hier. Übrigens ein sehr großartiges neues Album. Genauso wie das neue Album von AnnenMayKantereit, freue mich sehr auf das Konzert im März.


Kurze Pause, ich muss meine Unterwäsche in Wasser tauchen und einen neuen Topf auf den Herd stellen.


So, neues Wasser auf dem Herd und neben mir steht nun sogar Tee. Die Menge an Tee, die ich mittlerweile trinke ist auch bemerkenswert. Es entspricht wahrscheinlich ungefähr der Menge an mit Zucker versetzten Getränken, die ich im letzten Jahr täglich trank. Das ich ohne es zu merken scheinbar ungefähr fünfzehn Kilo abnahm, ist unter dieser Betrachtung und mit Blick auf meine täglichen Schritte - ich gehe fast jeden Morgen eine halbe Stunde zur Schule und danach natürlich auch zurück (klingt nicht viel, ist aber mehr als vorher.) - gar nicht mehr so verwunderlich. Ob ich es so beibehalte? Hoffentlich, aber das weiß ich jetzt doch noch nicht.

Eine Eigenschaft, die ich ziemlich gerne mitnehmen und behalten möchte und schon ungefähr so, aber nicht ganz so ausgeprägt hatte. Ich plane nicht zu weit hinaus. Abgesehen von Konzertbesuchen vielleicht. Aber so viel wie möglich einfach kommen lassen und kurzfristig entscheiden. Kann sowieso anders kommen.


Zurück geht es dann auch wirklich schon in dreieinhalb Wochen. Während ich es im März oder April wohl gar nicht so schade gefunden hätte, wäre es plötzlich vorbei gewesen - das es so war wusste ich damals übrigens nicht, sondern merkte es erst letztens - bin ich mir gerade gar nicht so sicher, ob ich zurück will. Natürlich wird es großartig so einige Menschen wieder zu sehen und irgendwie freue ich mich darauf ab Februar dann wieder in meinem gelernten Beruf zu arbeiten, aber gleichzeitig fühle ich mich mittlerweile hier so wohl, das es auch einfach so weitergehen könnte. Vielleicht mit ein paar kleinen Änderungen, aber insgesamt ist es schon wirklich ziemlich wundervoll. Auch wenn ein ganzer Brocken Luxus, den ich über die letzten Jahre so hatte, fehlt. Oder bisher völlig grundlegende Sachen, wie fließendes warmes Wasser oder dichte Fenster. Aber mal ganz ehrlich, so lebensnotwendig ist das nicht. Das es hier keine Züge gibt, finde ich beim Reisen immer noch etwas doof, aber mit etwas Fantasie, fühlst du dich im Metrobus von Quito fast wie in einer Kölner Straßenbahn. Mal davon abgesehen, das du dich fast nie festhalten musst, da du sowieso zwischen zehn Menschen eingeklemmt bist. Seitdem ich es problemlos schaffe im Bus zu schlafen, sind Nachtfahrten auch um einiges entspannter geworden.

Naja, geht dann wohl dennoch demnächst erstmal zurück, aber vielleicht nicht in mein altes, sondern in ein ganz neues Leben, lediglich mit alten Variablen. Wird sich zeigen.

Tja, dann gehe ich jetzt mal waschen. Auch wenn es dunkel ist. Übrigens sind Tage, die genau zwölf Stunden Licht haben, ziemlich praktisch zum Leben. Morgens um sechs ganz natürlich aufwachen zu können, macht das Aufstehen immens einfacher.