Hallo! Ich bin Max, ich schreibe hier ein wenig, mache ein paar Bilder und wie geht's dir eigentlich so?

Schauen wir mal ein wenig zurück

TL;DR Es geht mir ziemlich gut, ich muss bald zurück und das Jahr war für mich großartig!

Mama Cotacachi wcht über Otavalo

Das war es dann also. Jedenfalls fast. Von meinem Jahr in Ecuador sind noch zehn Tage übrig, mein letzter Arbeitstag liegt bereits hinter mir. Die nächsten zwei Wochen wird wohl nicht mehr allzu viel passieren, bis auf ein paar erstmal letzte Treffen zur Verabschiedung. Vielleicht besteige ich noch einen Vulkan am Samstag und meinen Abschlussbericht sollte ich auch noch schreiben.

Anders als noch vor zwei Monaten, freunde ich mich mittlerweile damit an bald schon wieder in Deutschland zu sein. Oder versuche es zumindest. Wiederkommen kann ich quasi jederzeit und außerdem gibt es noch mehr zu sehen, auch in Europa.

Und so sitze ich nun recht entspannt an einer Stelle etwas außerhalb von Otavalo. Ein paar Meter unter mir fließt ein Bach, vor mir ein dichter Wald, hinter mir ein Betonblock mit einer Leiter, die ich eben herabstieg. Auch wenn direkt dahinter eine Straße liegt, durch die nicht wirklich starke Benutzung der Straße, ist der Bach das nahezu einzig Laute hier. Es hätte einer meiner Lieblingsplätze werden können, hätte ich ihn etwas früher gefunden. Wie auch viele andere Orte fand ich auch diesen zufällig, einfach weil ich durch die Gegend lief ohne wirklich zu wissen wohin. Auch wenn ich das schon vor dem letzten Jahr häufig tat, im letzten Jahr entwickelte es sich noch viel mehr zu einer Gewohnheit. Schon in Quito lief ich stundenlang durch die Stadt, um immer wieder etwas neues Buntes zu finden, die Stadt ist bei voll mit Wandbemalungen und anderer Kunst. Es gefällt mir sehr gleichzeitig neue Alben und neue Orte zu entdecken. Beispielsweise hörte ich eben das Album “69591, Laxå” der Schweizer Band “The Gardener & the Tree” und bin ziemlich begeistert. Das ich mich dadurch auch gleich noch bewege, macht es nahezu perfekt. Das sollte ich mir wirklich beibehalten. Auch das ich meine Kamera, die sich gerade scheinbar nach sechs Jahren von mir verabschieden möchte, mitnahm, sorgte auch für eine gewisse Besserung meiner Bilder.

Mein Platz am Bach.

In diesem Jahr bin ich wohl auch soviel gereist, wie nie zuvor. Alleine das ich in Südamerika bin, schien mir anfangs unwirklich. Das ich mittlerweile drei verschiedene Länder des Kontinents kennenlernte, hätte ich mir vor zwei Jahren nicht träumen lassen. Oder das ich stundenlang in einem Bus verbringe, wo ich Züge doch definitiv bevorzuge. Vermissen werde ich diese Fahrten sicherlich nicht, schrecke aber auch nicht mehr so sehr davor zurück.

Was ich im letzten Jahr irgendwie hinter mir ließ und hoffentlich nicht wieder aufnehme, ist meine zu starke Neigung gegenüber Cola und anderen Limonaden. Zwar trinke ich immer noch zu viel und auch jetzt gerade liegt eine Flasche mit blauem Etikett neben mir, es nahm aber stark ab. So wie ich auch. Oder auch meine Nutzung des Telefons. Meist ist mein iPhone eher ein iPod. Eine Internetverbindung benötigt WiFi, Musik muss ich mir zuerst runterlasen, wenn ich sie unterwegs hören möchte. Und es stört mich nicht mehr, auf seltsame Art und Weise fühlt es sich gut so an. Da kann ich mir dann demnächst den nicht ganz so günstigen Vertrag sparen und bin gleichzeitig nicht mehr ständig erreichbar. Hat auch was.

Dadurch das ich mich anfangs in Quito auch nicht traute das Telefon im Bus aus der Tasche zu nehmen und aufgrund der fehleden Internetverbindung auch nicht mal kurz bei Facebook, Instagram, Snapchat reinschauen konnte, wurde mir irgendwann bewusster, das ich es irgendwie alles nicht so wirklich benötige, löschte meine Inhalte bei Facebook (das Konto behalte ich aufgrund des messendes erstmal noch), Instagram ist mittlerweile deaktiviert und die Apps sowieso schon längst vom Telefon verschwunden. Nur mein Profil bei Twitter hält sich irgendwie, was aber mehr der Offline-Fähigkeit von Tweetbot zu verdanken ist. Vielleicht schreibe ich dann auch im gleichen Zug mehr hier im eigenen Blog, wenn ich es nicht mit einem Bild und einem kurzen Text bei Instagram loswerden kann, das ich gerade am Pazifik bin. Fände ich schon irgendwie ganz nett.

Da ich nicht mehr weiß, was oder ob ich mir etwas für das letzte Jahr vornahm, weiß ich auch nicht woran ich scheiterte. Wahrscheinlich hätte ich mir beim Spanisch lernen ein wenig mehr Mühe geben können. Dafür versuche ich aber einfach nach meiner Rückkehr nicht das was ich kann zu verlernen und vielleicht auch etwas auszubauen. Das ich Brot backen lernte, erzählte ich bereits. Gestern morgen gelangen mir dann auch recht akzeptable Laugenbrötchen. Auch ein Erfolg. Außerdem lernte ich Chea-Samen ganz neu zu schätzen, da es hier nicht allzu viel anderes günstig gibt und sie gleichzeitig noch positiv gegen meine Morbus Stargardt wirken.

Laut der App Gyrosscope, mit der ich meine Reisen aufzeichne seit Moves abgeschaltet wurde, war in in 32 Städten, was sich auf vier Länder aufteilen müsste. Dabei ging ich 4,4 Millionen Schritte, was ungefähr 12000 Schritte pro Tag entspricht. Gar nicht so schlecht.

Wieviele Serien und Filme oder gar Youtube Videos ich schaute, möchte ich gar nicht wissen. Ich weiß aber, das ich es mal wieder schaffte ein Buch zu lesen (was auch irgendwie ein Erfolg ist) und mehrere Hörbücher. Vielleicht kann ich mic, besonders wenn ich demnächst einen etwas längeren Weg zu Arbeit habe, mal dazu motivieren ein wenig mehr zu lesen. Damit begann ich auch schon und lese gerade endlich “1000 Days of Spring” von Tomislav Perko, bei dem ich schon mehrmals im Vortrag saß, aber bisher nicht das Buch las. Dabei inspirierte mich gerade seine Frage am Ende des Vortrags zu diesem Jahr: “Was würdest Du tun, wenn Du nicht scheitern könntest?”

Aus irgendeinem Grund besuchte ich quasi kein Konzert. Das muss sich dieses Jahr wieder ändern. In drei Wochen kommt direkt das erste in Eindhoven, Blaudzun zusammen mit der Amsterdamer Sinfonie. Das wird was.